Hilfreiche Tipps zur Konzertfotografie

Konzertfotografie… ein interessanter und auch aufregender Bereich der Fotografie.
Häufig in kleinen Räumen, großen Hallen oder Open Air; immer aber mit vielen Menschen. Oft mit stark unterschiedlicher Beleuchtung. Abhängig von der Veranstaltung mit vielen Fotografen, Kamerateams oder andere Personen die die Akteure fotografieren oder filmen wollen.
Die Vorbereitungen beginnen somit schon vor dem eigentlichen Konzert. Als Fotograf wollen / sollten Sie die Emotionen, die Atmosphäre eines Konzertes einfangen, festhalten.

Emotionen

Im Verlauf eines Konzertes hat man wenig Zeit seine Fotos zu machen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist es, wenn man die Künstler schon im Vorfeld ein wenig kennt. Welche Songs werden gespielt, wie ist die Bühnenshow eingeteilt, gibt es Spezialeffekte die unbedingt fotografiert werden müssen. Jede Show, auch desselben Künstlers, hat ihre eigene Dynamik. Fotos in denen der Hauptkünstler direkt in die Kamera blickt zeigen meist die größten Emotionen. Oft, leider viel zu oft, gibt es Sänger die die Augen schließen. Dies kann eine Stimmung ausdrücken, kann aber auch ein Bild ruinieren. Um solche „Augen“ zu verhindern sollten sie gezielt mit der Serienbildfunktion ihrer Kamera arbeiten. Natürlich ist der Ausschuss dabei größer, aber auch die Chance genau „das Bild“ zu haben größer. Ein ähnliches Problem… das Mikrofon / der Mikrofonständer. Es gibt Künstler die fassen ihn an und lassen ihn nicht mehr los. Einen Vorteil können sie sich verschaffen wenn sie auf der mikrofonhaltenden abgewandten Seite stehen. Das Gesicht ist dort nicht immer verdeckt.

Technik, Licht und Verschlusszeiten

Licht ist der wesentliche Faktor in der Fotografie. Auf Konzerten hat man immer, fast immer, zu wenig davon. Bei fast allen Konzerten darf nicht geblitzt werden, macht auch keinen Sinn, da es die Atmosphäre zerstören würde und Publikum, als auch Interpreten stört.
Diese Lichtsituationen bedingen lichtstarke Objektive – Blende 2.8. Natürlich gehen auch andere Objektive, dies schlägt sich dann in einer höheren ISO-Zahl nieder. Leider muss die ISO-Zahl ohnehin schon relativ hoch eingestellt werden um ausreichende Verschlusszeiten zu erreichen. Gut ausgeleuchtete Bühnen können Sie gut mit ISO 800 fotografieren, oft haben Sie aber Werte von ISO 1600 aufwärts. Das hierdurch erzeugte Bildrauschen gehört „schon fast dazu“, hier lässt sich aber in der Bildnachbearbeitung noch einiges optimieren.
Welche Brennweite sie nutzen hängt von der Situation vor Ort ab. Standartbrennweiten sind ca. 24-105mm, 70-200 (300)mm, für Publikumsaufnahmen, Band gemeinsam, gerne auch ein Weitwinkel von 16mm.

Spezialeffekte (Rauch, Pyrotechnik, …) sollten unbedingt fotografiert werden. Farbige, einfarbige oder extreme Lichtsituationen, manchmal schwierig von der Belichtung, gehören ebenfalls dazu.
Je nach Farbigkeit des Lichtes, je nach Kamerahersteller, werden sie hierbei feststellen, dass die Bilder völlig überstrahlt sind. Machen sie die Bilder trotzdem, schauen sie sie sich später an ob nicht eine Schwarz-Weiß – Umwandlung ein gutes stimmungsvolles Bild ergibt. Schwarz-Weiß - Bilder können eine sehr schöne Dramatik haben… viel Atmosphäre, die stattfindet, zeigen.

Bei all dem Licht… welche Verschlusszeiten sind gut?

Je agiler der/die Künstler je schneller.
Bei einem ruhigen Song kann 1/30sec. ein scharfes Foto ergeben, aber es kann auch zwingend sein auf 1/250 sec. und höher zu kommen. Natürlich sind das alles individuelle Werte, wie ruhig sie ihre Kamera halten können ist da auch von Bedeutung. Erstellen sie am Anfang eines Konzertes ihre „must have“ – Bilder, danach haben sie Zeit neue Dinge zu probieren. Lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf, es soll Spaß machen.

… können sie mit dem manuellen Fokus arbeiten?

Der Autofokus der Kamera kommt nicht mit allen Lichtsituationen zurecht, es ist einfach nicht mehr genügend Licht vorhanden damit die Technik arbeiten kann. Um solche, vielleicht sehr stimmungsreichen Momente einzufangen, sollten Sie geübt sein auch ohne Autofokus arbeiten zu können.

Veranstaltungen – wie komme ich rein

Als Fotograf möchte man ja nicht unbedingt eine Karte kaufen müssen, sondern schon kostenfreien Einlass genießen. Diese Akkreditierung (Anmeldung, Gästeliste) ist nicht immer ganz einfach. Kein Veranstalter möchte unzählige Amateurfotografen auf seinen Veranstaltungen haben, der Platz soll den Profis vorbehalten sein. Vorteilhaft ist es sich über die Agenturen, eine Zeitung oder einen Nachrichtenblog auf die entsprechende Liste setzen zu lassen. Die Arbeit, ihre Arbeit als Fotograf, sollte für den Veranstalter pressemässig interessant sein, dann haben sie auch gute Chancen. Überlegen sie ob sie nicht neben ihrem Hobby Fotografie auch einen kleinen Blog veröffentlichen und über die Scene in ihrer Stadt einen Bericht schreiben…
Bleiben sie in Kontakt und suchen sie den Kontakt zu den Veranstaltern, den Verantwortlichen und den Künstlern.
Wie viel sie fotografieren dürfen ist immer wieder unterschiedlich. Mal nur die ersten drei Songs, mal die ersten 15 Minuten, mal können sie das komplette Konzert fotografieren. Entsprechende Angaben bekommt man vor dem Konzert vom Veranstalter.

Wichtig:
Halten sie sich an diese Vorgaben, folgen sie den Hinweisen der Sicherheitsleute und achten sie auf ihre Fotografenkollegen... nehmen sie Rücksicht.